Kapitalismus

Kapitalismus? Is’ nicht!

Ein Viertel der Menschen in Bremen und Bremerhaven sind von Armut bedroht. Steigende Mieten, steigende Stromkosten, aber auch Klassenfahrten, Nachhilfe, Sportvereine, Kinobesuche oder Partys werden oft unbezahlbar.

Armut bedeutet in dieser Gesellschaft nicht nur, zu wenig Kohle für die notwendigen und die schönen Dinge des Lebens zu haben. Armut bedeutet ganz konkrete Ausgrenzung und Abwertung. Jugendliche bekommen schnell zu spüren, dass Armut und Ausgrenzung im Kapitalismus alltäglich sind. Wenn wir auf eigenen Beinen stehen wollen, finden einige von uns keinen Ausbildungsplatz oder werden durch Sondergesetze in Armut gedrückt: Sanktionen vom Jobcenter, viel zu wenig Kohle bei der Ausbildung oder unbezahlte Praktika sind keine Ausnahmen. Armut ist aber kein Einzelschicksal. Sie betrifft oft ganze Stadtteile. In Gröpelingen, Grohn oder auch in Bremerhaven-Lehe sind über die Hälfte der Menschen arm. Besonders betroffen sind Menschen mit “Migrationshintergrund”, Frauen* und Alleinerziehende.

Bild: occ4m (CC BY-NC-SA 2.0)Armut fällt auch nicht vom Himmel. Sie ist die logische Konsequenz eines Wirtschaftssystems, das auf Konkurrenz um Arbeitsplätze und Profite basiert. Ein solches System sorgt immer dafür, dass es Gewinner*innen und Verlierer*innen, also Arme und Reiche gibt. Reichtum entsteht im Kapitalismus durch Ausbeutung von Mensch und Umwelt. Das Wirtschaftssystem wird durch politische Entscheidungen und Gesetze abgesichert und durchgesetzt: Der Niedriglohnsektor, der Druck auf Erwerbslose oder das Bildungssystem, welches auf wirtschaftliche Verwertung ausgerichtet ist, folgen der kapitalistischen Logik.

Die Kürzungspolitik der Schuldenbremse in Bremen ist hierfür ein weiteres Beispiel. Die Folgen sind Privatisierung öffentlicher Aufgaben und wachsende soziale Ungleichheit.

Statt gemeinsam darüber nachzudenken, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen, statt solidarisch zu wirtschaften und uns zu helfen, sollen wir immer versuchen “besser” zu sein als Andere. Dieses System wollen wir so schnell wie möglich überwinden. Wir kämpfen für eine solidarische Gesellschaft, in der sich die Wirtschaft nicht an Profiten, sondern an den Bedürfnissen der Menschen orientiert. Ein Ende der Armut kann es im Kapitalismus nicht geben – ein Ende des Kapitalismus allerdings schon.

Da wir den Kapitalismus leider nicht sofort und hier in Bremen überwinden können, fordern wir jetzt ganz konkret Maßnahmen, die das Leben etwas besser machen:

  • Das Ende der Sanktionen vom Jobcenter, vor allem der Sonderregelungen gegen Jugendliche unter 25 Jahren 
  • einen Mindestlohn, der vor Armut schützt und keine Ausnahmen für Jugendliche macht
  • Ausbildungsplätze für alle und eine ausreichende Ausbildungsmindestvergütung
  • Besondere Förderung benachteiligter Stadtteile
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