Leistungszwang

Leistungszwang? Is’ nicht! Gemeinsames Lernen statt Konkurrenz!

Häufig wird gesagt, dass Bildung der Schlüssel zum Erfolg sei. „Wenn wir uns nur anstrengen, dann können wir auch alles erreichen“.

Das ist natürlich Quatsch: Unser Bildungssystem schafft und festigt soziale Ungleichheit. Oft bestimmt unser Elternhaus darüber, wie gut unsere Möglichkeiten sind. Manche unserer Eltern haben studiert und versuchen, uns früh alles Mögliche für die Schule beizubringen. Oder sie haben einfach das nötige Geld, um uns Nachhilfe zu bezahlen. Aber manche unserer Eltern sprechen gar nicht gut genug Deutsch, dass sie uns bei den Hausaufgaben helfen könnten. Oder haben eben auch genug anderen Scheiß um die Ohren, weil sie alleinerziehend sind, sich in Niedriglohnjobs abschuften oder andere Familienmitglieder pflegen. Viele dieser Dinge bestimmen dann unsere Bildungschancen.Bild: Sebastian Rave

Außerdem kann in unserem Bildungssystem nicht jede*r erfolgreich sein, da Noten Druck aufbauen und zwischen den „besseren“ und den „schlechteren“ Schüler*innen unterscheiden. Selbstverständlich können aber nicht alle „besser“ sein. Dadurch gibt es automatisch Verlierer*innen und Gewinner*innen. Spätestens wenn es um Ausbildungs- oder Studienplätze geht, werden einige von uns aussortiert. Nicht weil wir uns nicht genug angestrengt hätten, sondern weil es einfach zu wenige Plätze gibt und die Konkurrenz um diese Plätze bereits in der Schule beginnt. Das ist auch der Grund dafür, dass wir nicht lernen können, worauf wir Bock haben. Wir müssen allen möglichen Krams machen, nur um für die Wirtschaft verwertbar zu sein. An Hochschulen und Unis geht das genauso weiter. Wir sollen besser sein als Andere.

Statt gemeinsam nach unseren Interessen zu lernen, werden wir fit gemacht, um im Wettstreit um Ausbildungs-, Studien- und Arbeitsplätze gegeneinander antreten zu können. Und wir lernen auch oft unter schlechten Bedingungen. Die Kürzungen im Bildungsbereich zeigen sich am Unterrichtsausfall und vergammelnden Schulgebäuden. An den Hochschulen werden Studiengänge dicht gemacht, wenn sie nicht den Ansprüchen des Arbeitsmarktes und der Wirtschaft entsprechen. Statt ein breites und freies Bildungsangebot abzusichern, lernen wir nur das, was im Interesse der Wirtschaft ist. Wir möchten ein gut finanziertes Bildungssystem und haben keinen Bock mehr auf Leistungszwang und Konkurrenz!

Wir wollen deshalb:

  • selbstbestimmt und kritisch lernen; miteinander nicht gegeneinander
  • gemeinsam Lernen, ohne Noten und Konkurrenz
  • Unterrichtsbeginn nicht vor 9 Uhr!
  • mehr Geld für Bildung, keine Kürzungen bei Schulen und Hochschulen!
  • eine Schule für Alle und Abitur nach 13 Jahren!
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